Buchtipp: Universal – Maskenball

Buchtipp aus unserem Angebot:

Universal – Maskenball

Ich bin ja ein Freund der Idee von „Mini-Settings“, also solchen, die man ohne allzu große Anpassungen in seine eigenen Settings oder Welten einfügen kann. Diese „Mini-Settings“ ermöglichen dem Spielleiter nahezu aufwandslos, sein bestehendes Setting um vielfältige Hintergründe zu erweitern, in denen die Charaktere ganz neue und vielleicht sogar völlig anders geartete Abenteuer als ihre bisherigen erleben können, ohne dass er sein gesamtes Kampagnenkonzept eventuell über den Haufen werfen müsste. Tolle Sache! 😀
Beispiele für solche Settings wären etwa Thunder Rift von Basic D&D oder auch Ravenloft (ein allerdings ziemlich großes „Mini-Setting“ 😉 ) für AD&D 2nd. Prinzipiell kann natürlich so ziemlich jedes Land (Tal, Kontinent, Insel, Welt, Zauberspruch, Monster, magischer Gegenstand, usw.) aus praktisch jedem Rollenspiel in ein anderes transferiert werden, und grundsätzlich finde ich dieses Vorgehen auch sehr interessant (wie man leicht in unserer Kategorie Rollenspiel sehen kann). Allerdings eignen sich die bereits für einen Einsatz in anderen Hintergründen entworfenen Settings deutlich besser für einen Transfer, da sie meist in sich abgeschlossener sind und mit wenigen oder gar keinen Bindungen an die Spielwelt funktionieren.
Ein genau solches Setting bietet Maskenball an, der erste Band einer universellen Rollenspielreihe um das Verwunschene Land. Entworfen wurde es für die Fantasy-Rollenspielsysteme Heroen (das sich noch in der Entwicklung befindet) und Midgard, kann aber sehr leicht in beliebige andere Fantasy-Rollenspielwelten und -systeme eingebunden werden. Da das Verwunschene Land ein sehr abgeschottetes Setting darstellt, ist der Transfer auch für unerfahrene Spielleiter einfach zu bewerkstelligen, bzw. eignet es sich dadurch besonders als überschaubarer und leicht zu bespielender Einstiegshintergrund. Ebenso unterstützt der an ein Spielbuch erinnernde Aufbau des Einstiegsabenteuers den Spielleiter beim Ablauf und der Handhabung der Geschichte. Inhaltlich ist sowohl der Hintergrund als auch das Abenteuer was Umfang (ca. 1-3 Spielsitzungen) und Komplexität betrifft für unerfahrene Spieler gut geeignet, da es hauptsächlich soziale Interaktionen erfordert – womit die meisten Rollenspielneulinge besser klarkommen als komplizierte Rätsel und langwierige, regellastige Kampf- oder anderweitig taktisch komplexe Situationen.
Rollenspielanfängern, gleich ob Spieler oder Spielleiter, kann ich Maskenball daher als Einstieg sehr empfehlen, unabhängig vom genutzten Spielsystem. Und erfahrenere Spielleiter werden aus den verworrenen Machtspielen der Herrscher des Verwunschenen Landes sicherlich die eine oder andere spannende, hintergründige Intrigengeschichte spinnen können… 🙂

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